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Dank wellcome fand Nina ein stützendes Netzwerk - ein Interview mit der jungen Mutter

- Gastbeitrag von wellcome -

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen.“ Diesen Satz zitiert wellcome-Gründerin Rose Volz-Schmidt gerne, da sie selbst nach der Geburt ihrer ältesten Tochter merkte, wie wichtig ein helfendes Netzwerk für junge Familien ist. Doch immer öfter sind Eltern, Geschwister und Bekannte über das ganze Land verstreut und solch ein stützendes Netzwerk nicht mehr automatisch vorhanden. Kinder brauchen Zeit. Eltern alleine sind oft überfordert. Wer nach der Geburt eines Kindes keine Hilfe hat, bekommt sie von wellcome. Wie das im konkreten Fall aussehen kann, zeigt das Interview mit Nina*, einer Mutter, die von wellcome unterstützt wurde.

© wellcome (Fotocredit: Christoph Niemann)

Wie kam es, dass Sie sich bei wellcome gemeldet haben und um Hilfe gebeten haben?  

Tatsächlich war ich bereits vor der Geburt meiner Tochter als Ehrenamtliche bei wellcome tätig. Ich kannte wellcome also gut und wusste, dass es in meinem Team noch Kapazitäten gab, um meine Familie zu unterstützen. Ich habe diese Hilfe gerne angenommen, denn der Alltag mit Kind ist eine große Herausforderung. Insbesondere wenn die Familie weit weg wohnt und Freunde unter der Woche keine Zeit haben.  

Wie sind Sie auf wellcome – Praktische Hilfe nach der Geburt aufmerksam geworden? 

Das erste Mal habe ich in einem Wochenblatt über wellcome gelesen. Ich war sofort begeistert und habe mich dann als Ehrenamtliche für meinen Stadtteil gemeldet. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keinen Nachwuchs und habe nicht darüber nachgedacht, dass auch ich bald Hilfe von wellcome in Anspruch nehmen könnte.  

Wie sah die Unterstützung konkret aus? 

Für circa sechs Monate hat uns unser wellcome-Engel einmal in der Woche besucht und ist mit meiner Tochter für zwei Stunden spazieren gegangen. In der Zeit hatte ich unser Haus mal ganz für mich allein – ein Traum! Meistens habe ich in der ersten halben Stunde das grobe Chaos beseitigt und mir dann aber auch Zeit für etwas Schönes genommen.  

Was hat die Hilfe bei Ihnen und Ihrer Familie bewirkt? 

Der Besuch von unserem wellcome-Engel ist jede Woche ein schöner Lichtblick für uns gewesen, um einfach mal kurz ohne Kind durchzuatmen. Es bleiben so viele Dinge liegen, wenn man sich den ganzen Tag, um einen kleinen Zwerg kümmert. Natürlich schafft man während des Einsatzes längst nicht alles, aber zumindest kann man einige dieser Dinge in Angriff nehmen oder auch mal die Beine hochlegen.  

Was von dem, was sie mit wellcome erlebt haben, ist auch hilfreich für Ihre Zukunft? 

Ich bin sehr glücklich, dass ich wellcome sowohl als Ehrenamtliche als auch als entlastete Mutter kennenlernen durfte. Beide Perspektiven haben mich sehr bereichert. Selbst helfen und sich helfen lassen ist eine schöne Sache. Vielen Menschen fällt es leichter, selbst irgendwo anzupacken, als um Hilfe zu bitten. Das ist auch bei mir so. Doch das Leben hat mir gezeigt, dass es gut tut, Hilfe anzunehmen. Es gibt außerdem viele Gelegenheiten, in denen man sich revanchieren kann, wenn man das möchte. Ich kann also wirklich nur immer wieder alle Familien dazu ermutigen, Hilfe von einer Non-Profit-Organisation wie wellcome anzunehmen. Das erste Jahr mit Kind stellt das Leben auf den Kopf und da tut es wirklich gut, einen wellcome-Engel an seiner Seite zu haben.   

Hat Corona dazu beigetragen, dass Sie Unterstützungsbedarf benötigen und falls ja, warum? 

Da meine Familie im Ausland wohnt, konnte ich nicht wie geplant die Unterstützung von ihr erhalten, wie ich es mir erhofft hatte. Denn Reisen ist zu diesen Zeiten alles andere als leicht. Meine Mutter konnte ihre Enkeltochter erst im vierten Lebensmonat kennenlernen. Ansonsten wäre sie schon direkt nach ihrer Geburt gekommen, um uns unter die Arme zu greifen.   Wir haben auch unsere sozialen Kontakte hier in Deutschland aufgrund der Corona-Krise stark reduziert. Deshalb schätze ich es ganz besonders, dass wir während der Pandemie Hilfe von wellcome bekommen haben.  

Das Interview wurde von wellcome zur Verfügung gestellt. Sie ergänzen: Für unsere Ehrenamtlichen ist ihr freiwilliges Engagement Ausdruck ihrer Anteilnahme und ihres Interesses am Wohlergehen ihrer Mitmenschen. Aus gesellschaftlicher Sicht betrachtet ist bürgerschaftliches Engagement ein Grundpfeiler für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Sich zu engagieren bedeutet für wellcome, sich für andere einzusetzen und Verantwortung zu übernehmen. Eine lebendige Demokratie braucht gelebte Solidarität. wellcome kümmert sich um einen guten Start ins Leben: um Babys und ihre Familien. Denn sie sind davon überzeugt, dass das gesunde Aufwachsen unserer Kinder eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft ist. 

*Name wurde redaktionell geändert

wellcome

Als kleines Projekt im Jahr 2002 in Hamburg gestartet, organisiert wellcome praktische Hilfe nach der Geburt zusammen mit lokalen Partnern. Mittlerweile wird bundesweit an ca. 230 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz ehrenamtliche Unterstützung an junge Familien vermittelt.

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