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Teilhabechancen erhöhen und Chancengerechtigkeit im Bildungsbereich fördern

Mehr als 800.000 Berlinerinnen und Berliner engagieren sich ehrenamtlich. Ein aktuell stark wachsender Bereich stellt dabei das zivile Bildungsengagement dar. Denn nicht erst durch die Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen wurde deutlich, dass in Deutschland viele Kinder keine gerechte Chance im Bildungssystem bekommen. Der Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg e.V. (lsfb) setzt sich seit mittlerweile 17 Jahren für gute Bildung aller Kinder und Jugendlicher ein. Eine Vielzahl an ehrenamtlich engagierten Menschen unterstützt den Landesverband dabei. Hier stellt er sich und seine Arbeit vor.

© Cdc (Unsplash)

Fördervereine stärken Teilhabe und fördern Inklusion 

Kita- und Schulfördervereine unterstützen und erweitern die pädagogischen Angebote mit Ideen, Know-how und Engagement. Projekte wie Schulgärten, Bibliotheken, Hausaufgabenbetreuung, aber auch Wandertage, Zirkusbesuche und Klassenfahrten werden häufig von Fördervereinen angestoßen und (mit)finanziert. Fördervereine engagieren sich dafür, dass jedes Kind eine gerechte Chance auf Bildung und Möglichkeiten erhält, um die eigenen Potenziale frei entfalten zu können. Dazu gehört auch, dass sich Kinder und Jugendliche im Raum Kita und Schule wohl und aufgehoben fühlen. Inklusion und Teilhabe bilden dafür eine wichtige Grundlage.  

Indem Vielfalt als Ressource angesehen wird, können Fördervereine dazu beitragen, dass Kitas und Schulen inklusive Lern- und Erfahrungsorte werden, an denen sich Kinder und Jugendliche unabhängig ihrer Herkunft, Religion, Sexualität und Behinderung zugehörig fühlen. Denn in Fördervereinen engagieren sich Eltern, Schüler*innen, Lehrer*innen, pädagogische Fachkräfte und Menschen aus der Nachbarschaft. Als Abbild unserer heterogenen Gesellschaftsstruktur, spiegelt ein solcher Verbund eine bunte Vielfalt an Ideen und Potenzialen wider. Persönliche Begegnungen, gemeinsame Projekte, füreinander da sein, die Gemeinschaft zusammen gestalten und miteinander lernen und lachen. Fördervereine sind effektive Beteiligungsformate mit Inklusionscharakter, die zeigen, dass engagierte Menschen enorme Veränderungen in ihrem eigenen Umfeld bewegen können. 

© lsfb
ehren- und hauptamtliche Engagierte gemeinsam in Aktion auf dem Nachbarschaftsfest in Schöneberg

Hauptamtliche Unterstützung für ehrenamtliches Engagement 

Mit einer ständig wachsenden Zahl und derzeit fast 800 Mitgliedsvereinen in Berlin und Brandenburg ist der lsfb erster Ansprechpartner für viele, die durch ehrenamtliche Arbeit im vorschulischen und schulischen Bildungsbereich Kinder und Jugendliche fördern und Teilhabechancen verbessern wollen. Von Ehrenamtlichen 2004 gegründet hat der Verband mittlerweile eine Geschäftsstelle und folgt dabei dem Grundsatz, mit qualifizierten hauptamtlichen Kräften die Arbeit der zahlreichen Ehrenamtlichen nachhaltig zu unterstützen. 

Beim lsfb finden Fördervereine Beratung und Unterstützung zu verschiedenen Themen von der Gründung und Finanzierung bis hin zu Versicherungsschutz und Rechts- und Konfliktberatung. Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt des Verbands liegt in der Qualifizierung von Ehrenamtlichen. Mit einem ständig erweiterten Seminar- und Fortbildungsangebot, werden Engagierte bei der Vereinsarbeit unterstützt und weitergebildet. Auch können Fördervereine beim lsfb eine Projektförderung über die vom Bundesfamilienministerium geförderten „Chancenpatenschaften“ im Rahmen des Programms „Menschen stärken Menschen“ beantragen. Gemeinsam mit der Stiftung Bildung werden dadurch Patenschaften an Schulen und Kitas gestiftet, die die Teilnahme an Ausflügen oder Projekte wie z.B. gemeinsames Gärtnern, Basteln, Lesen oder Kochen ermöglichen. 

Ziviles Bildungsengagement anerkennen und stärken 

Als Landesverband setzt sich der lsfb für mehr Sichtbarkeit des zivilen Bildungsengagements ein mit dem Ziel, die Strukturen des ehrenamtlichen Engagements im Bildungsbereich anzuerkennen und nachhaltig zu stärken. „Das Engagement der Ehrenamtlichen an Kindergärten und Schulen darf nicht staatliche Verantwortung ersetzen und benötigt hauptamtliche Unterstützung. Das Engagement kommt somit direkt bei den Kindern und Jugendlichen an. Professionelle Strukturen und Expertise können die Ehrenamtlichen dabei unterstützen“, erklärt die Geschäftsführerin des Verbands Dr. Claudia Nickel. 

Als Sprachrohr seiner Mitgliedsvereine trägt der lsfb die Bedarfe der Kitas und Schulen in die breite Öffentlichkeit und Politik. Dazu organisiert der Verband unter anderem Austauschformate wie digitale Webtalks und Präsenzveranstaltungen im Raum Berlin und Brandenburg. Hier tauschen Engagierte und Interessierte ihre Erfahrungen und Expertise aus, vernetzen sich miteinander und kommen mit Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung ins Gespräch. 

Landesverband der Kita- und Schulfördervereine Berlin-Brandenburg e.V. (lsfb)

Der lsfb pflegt zahlreiche Kooperationen und Partnerschaften, die für die Arbeit des lsfb und seine Mitglieder weiterführend sind. Darunter beispielsweise auch die Kooperation mit "AKTIV IN BERLIN - LANDESNETZWERK BÜRGERENGAGEMENT". Wer sich ehrenamtlich beim lsfb engagieren möchte, ist herzlich willkommen. Von ständiger, die Vereinsarbeit voran bringender Begleitung bis zur punktuellen, z.B. bei einer Veranstaltung zum Einsatz kommenden Unterstützung kann alles dabei sein. Eine Übersicht über verschiedene Engagementmöglichkeiten sowie weitere Infos zur Arbeit des lsfb gibt's auf der Webseite.

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