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Missing Maps Projekt: Digitale Freiwillige vernetzen

Das Missing Maps Projekt wurde 2014 ins Leben gerufen. Ziel des Projektes ist die Erfassung von unkatierten Gebieten mit Hilfe der open-source Plattform OpenStreetMap. Das DRK ist seit 2019 Mitglied bei Missing Maps und leistet damit einen Beitrag, um die besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen in Krisengebieten auf Online-Karten darzustellen, damit sie im Katastrophenfall schnelle Hilfe erhalten können.

© Pixabay (Tumisu)

von Sofio Rukhadze 

Die Kartierung der am stärksten gefährdeten Orte in den Entwicklungsländern ist das Hauptziel des Projekts Missing Maps, das 2014 seine Arbeit aufgenommen hat und seitdem viele hilfsbereite Freiwillige umfasst. Die Karten, die durch das Projekt erstellt werden, helfen internationalen und lokalen NGOs sowie Einzelpersonen, besser auf Krisen in diesen Gebieten zu reagieren. Seit 2014 haben fast 100.000 freiwillige Helfer von Missing Maps bereits über 45 Millionen Gebäude und mehr als 1 Million Straßenkilometer kartiert. Dieses Projekt hilft nicht nur verschiedenen Gemeinden in Krisenzeiten, sondern vernetzt die Freiwilligen auch auf nationaler und internationaler Ebene.

Das Deutsche Rote Kreuz ist seit 2019 Mitglied bei Missing Maps; es trug und trägt dazu bei, indem es besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen auf Online-Karten abbildet, damit diese im Bedarfsfall Hilfe erhalten können. Das Projekt organisiert sogenannte "Mapathons", die weltweit für jedermann zugänglich sind. Bei diesen Veranstaltungen kommen Freiwillige zusammen, um Objekte mit hochauflösenden Satelliten- oder Luftbildern zu kartieren. Das ist besonders wertvoll für die Organisation des Roten Kreuzes und die Länder, in denen sie ihren Auftrag erfüllt. In diesen Ländern können zum Beispiel ganze Städte auf Karten fehlen. Das macht es schwierig, im Katastrophenfall Hilfsmaßnahmen zu planen, wenn man nicht zuverlässig weiß, wie groß eine Stadt ist, die betroffen sein könnte.

Durch die Teilnahme an dem Projekt konnte das Rote Kreuz in diesen Ländern wichtige Einsätze durchführen und den Gemeinden helfen. Während des Lockdowns finden online Mapathons statt, so dass die Freiwilligen rund um den Globus mitmachen, trainieren und dem Projekt helfen können, seine Ziele zu erreichen. Die Freiwilligenarbeit hört auch während der weltweiten Pandemie nicht auf, und obwohl die Menschen nicht von Angesicht zu Angesicht selbstlose gute Taten vollbringen können, können sie dennoch einen Beitrag leisten, indem sie ihr Büro zu Hause nicht verlassen. Dieses Projekt zeigt, dass Freiwilligenarbeit in jeder Form und zu jeder Zeit möglich ist. Auch wenn es sich nicht um traditionelle Freiwilligenarbeit von Angesicht zu Angesicht handelt, kommunizieren die Menschen dennoch digital, werden zu Aktivposten für die Projekte und gefährdete Gesellschaften und werden gleichzeitig besser informiert.

Am 30. März fand im Rahmen des Digital Social Summit 2021 neben anderen Veranstaltungen auch die Session zum Thema "Missing Maps - Digitale Freiwillige vernetzen" statt. In der Session wurde diskutiert, wie das Deutsche Rote Kreuz digitale Freiwillige in seine internationale Arbeit einbindet. Der Roundtable umfasste die Präsentationen des Roten Kreuzes und des humanitären OpenStreetMap-Teams.

Für weitere Informationen besuchen Sie die Webseiten: 

www.missingmaps.org

www.drk.de