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Freiwilliges Engagement als Pädagogin

Hachimia, die aus Frankreich nach Berlin gekommen ist, arbeitet derzeit als Hilfslehrerin in einer Schule, wo sie Französisch unterrichtet, und als Erzieherin in einer Kindertagesstätte hilft. Im Interview sprach sie über ihre Inspiration mit Kindern zu arbeiten, und einige Herausforderungen, die mit der Freiwilligenarbeit im Ausland verbunden sind.

© Hachimia

Madi, hattest du schon immer ein Interesse daran, mit Kindern zu arbeiten, oder ist es etwas Neues, das du während deines Freiwilligenjahres ausprobieren wolltest?

Obwohl ich aus einer großen Familie komme und oft mit meinen Geschwistern oder Verwandten zu tun hatte, habe ich noch nie mit Kindern gearbeitet. Ich entschied mich für die Arbeit mit Kindern, als ich nach Möglichkeiten für einen Freiwilligendienst im Ausland suchte. Ich wollte erfahren, wie es ist, als Erzieherin zu arbeiten und gleichzeitig meine Deutschkenntnisse verbessern#

Wie würdest du deinen Arbeitsalltag beschreiben?

Im Rahmen meiner täglichen Arbeit erledige ich verschiedene Aufgaben mit Kindern. Wie ich schon erwähnt habe, bin ich Hilfslehrerin, also helfe ich den Kindern mit Französisch und Englisch. Wir machen verschiedene Sprachübungen, die ihnen helfen, die Sprachen besser zu verstehen und ihre Aussprache zu verbessern. Außerdem malen wir täglich, basteln und machen lustige Dekorationen.

Du arbeitest täglich sehr eng mit den Kindern zusammen. Was sind einige der Herausforderungen, die damit einhergehen?

Da ich keine deutsche Muttersprachlerin bin und die Kinder ihre Französischkenntnisse noch nicht entwickelt haben, ist die Kommunikation manchmal ein Problem. Es gibt Zeiten, in denen ich Schwierigkeiten habe, ihre Bedürfnisse oder Fragen zu verstehen, da ich nicht fließend Deutsch spreche. Aber mit der Zeit verstehe ich sie immer besser, und ich hoffe, dass ich diese Herausforderung bald überwinden kann.

Während des Lockdowns waren die Schulen die meiste Zeit über geschlossen. Warum hast du dich entschieden, das Risiko einzugehen und trotzdem nach Berlin zu kommen, obwohl du damit rechnen musstest, dass dein freiwilliges Engagement größtenteils online stattfinden würde?

Ich wusste, dass es ein Risiko ist, hierher zu kommen. Ich habe mich aber trotzdem entschieden, es zu versuchen, weil ich dachte, dass dies eine wichtige Erfahrung für meine Selbstentwicklung sein würde. Außerdem war ich zuversichtlich, dass ich immer noch in der Lage sein würde, mit den Kindern zu kommunizieren und eine Verbindung zu ihnen aufzubauen, sei es online oder von Angesicht zu Angesicht. Glücklicherweise finden alle unsere Aktivitäten von Angesicht zu Angesicht statt, so dass wir die Gesellschaft des anderen genießen können. Ich habe diese Entscheidung nicht bereut, denn ich habe eine tolle Zeit mit den Kindern. Es macht mir Spaß, sie zu unterrichten, und ich lerne auch viel von ihnen.

Während des Freiwilligendienstes hast das deutsche Schulsystem kennengelernt. Unterscheidet es sich sehr von dem französischen Schulsystem und war es einfach, sich anzupassen?

Um ehrlich zu sein, unterscheidet sich das deutsche Schulsystem nicht allzu sehr von dem französischen Schulsystem, so dass es für mich nicht schwer war, mich anzupassen. Wie ich bereits erwähnt habe, ist die einzige Herausforderung, der ich mich stellen muss, die Sprachbarriere. Aber so wie die Kinder ihr Französisch verbessern, so verbessere ich mein Deutsch. Wir lernen voneinander.

Wie hilft dieser Freiwilligendienst deiner beruflichen und persönlichen Entwicklung?

Diese Erfahrung hat mir geholfen, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen, wenn ich mit meinen Kolleginnen, Kollegen und Kindern kommuniziere. Ich verbesserte meine Fähigkeiten zur Teamarbeit und verstand, wie man mit Kindern kommuniziert und ihnen verschiedene Materialien erklärt. Ich wurde reifer und selbstbewusster, während ich weit weg von zu Hause war. Ich wurde mir meiner Fähigkeiten am Arbeitsplatz und auch außerhalb des Arbeitsplatzes bewusster. Ich denke, dass das Freiwilligenjahr im Allgemeinen einen in vielerlei Hinsicht positiv beeinflusst und fördert.

Was ist das Schönste an der Arbeit mit Kindern?

Der schönste Teil der Arbeit mit Kindern ist die Teilnahme an außerschulischen Aktivitäten mit ihnen. Während dieser Zeit haben wir die Möglichkeit, uns gegenseitig kennenzulernen und uns zu verbinden. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie kreativ sie sind und welche Gedanken sie über verschiedene Themen haben. Ich bin froh, dass ich meine Zeit mit ihnen verbringen kann, um ihre Persönlichkeiten und Ideen zu erforschen.

Glaubst du, dass du auch in Zukunft mit Kindern arbeiten wirst?

Ich denke, nach meinem Freiwilligenjahr werde ich weiterhin mit Kindern arbeiten. Ich möchte gerne etwas über diesen Bereich lernen und eine erfolgreiche Erzieherin werden, und diese Erfahrung scheint ein guter Grundstein für meinen zukünftigen Beruf zu sein. Es lehrt mich, wie ich mit Kindern kommunizieren kann, auch wenn ich ihre Sprache nicht spreche; wie ich ihren Respekt gewinnen und kreatives Denken in ihnen fördern kann. Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance habe, all das zu erleben, und ich bin froh, dass ich diese Entscheidung getroffen habe.

Das Interview führte Sofio Rukhadze durch, Mitarbeiterin des Projektbüros der Europäischen Freiwilligenhauptstadt und selbst engagierte Freiwillige in Berlin, die aus Geogien kommt.

Die Stiftung Pro Gemeinsinn gGmbH

Die Stiftung Pro Gemeinsinn gGmbH in Berlin ist gemeinnützig und anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Sie betreut ca. 1700 Kinder in verschiedenen Einrichtungen wie Kindertagesstätten (Kitas) und Ganztagsbetriebe in Grundschulen (Ganztagsgrundschulen).

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