Einblicke

10.05.2021

Thomas: Vorurteile abbauen

Thomas begann, sich ehrenamtlich für die Berliner Aids-Hilfe e.V. zu engagieren. Im Team "Ulrichs - Café, Küche & Kultur" fand er eine Aufgabe, die es ihm ermöglichte, den Menschen in Not zu helfen und sie zu ermutigen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgt Thomas dafür, dass sich die Menschen, die ins Café kommen, wohl und wertgeschätzt fühlen und mit dem angebotenen Essen zufrieden sind.

© Berliner Aids-Hilfe e.V.

Mein Name ist Thomas. Seit November 2019 bin ich ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Berliner Aids-Hilfe e.V.  Bis jetzt verlief mein Leben recht problemlos, was mich veranlasste auf die Suche nach einem Ehrenamt zu gehen, in dem ich anderen Menschen helfen und ihnen etwas von meiner Zeit und Kraft zur Verfügung stellen kann.Es gibt viele Menschen in Berlin deren Leben aus unterschiedlichsten Gründen nicht immer gradlinig verlaufen ist und die manchmal Hilfe oder einfach nur eine Aufmunterung brauchen.

Das gilt natürlich auch für Menschen mit HIV. Denn für viele bedeutet HIV auch heute noch gesellschaftliche Stigmatisierung und Ausgrenzung. Deshalb will ich mithelfen Vorurteile und Berührungsängste abzubauen und so zeigen, dass Menschen mit HIV sich nicht von anderen unterscheiden. Heutzutage sind HIV-positive Menschen, die ihre Medikamente nehmen nicht mehr infektiös, deshalb muss niemand Angst vor Kontakt bzw. Angst vor einer eigenen HIV Übertragung haben. So war ich mir von Anfang an sicher, bei der Berliner Aids-Hilfe an der richtigen Stelle gelandet zu sein.

Ich arbeite im Team „Ulrichs - Café, Küche & Kultur“, einem Begegnungsort für Menschen mit HIV, deren Zugehörigen und der Kieznachbarschaft. Vor der Corona-Pandemie kamen täglich bis zu 150 Menschen z.B. zum Brunch, zu Festen, Ausstellungen u.v.m.. Dass sich unsere Gäste bei uns wohlfühlten, zeigte sich unter anderem darin, dass einige stundenlang blieben. Es gab aber auch diejenigen die sich nur kurz trafen, um dann weiter durch Berlin zu bummeln. Momentan ist das alles leider nicht mehr möglich, weshalb sich das Ulrichs Team überlegt hat, Essen im Glas zum Mitnehmen anzubieten.

„Es gibt viele Menschen in Berlin, deren Leben aus verschiedenen Gründen nicht immer einfach war und die manchmal Hilfe oder einfach nur etwas Zuspruch brauchen.“

Thomas

Wichtig ist uns dabei eine gesunde, ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung, die natürlich auch für Menschen mit HIV sehr wichtig ist. Deshalb treffen wir uns jetzt dreimal wöchentlich in kleinen, festen Gruppen und kochen ein gesundes, leckeres Gericht, welches wir dann in Gläsern „einwecken“.

Dienstags bis donnerstags kann sich jeder in der Zeit von 11-14 Uhr in der Karl-Heinrich-Ulrichs-Str. 11 in Berlin Schöneberg (U. Bahnhof Nollendorfplatz) aus diesem wechselnden Angebot für einen Preis ab 2,80 Euro plus Glaspfand Essen mit nach Hause oder ins Büro nehmen. Natürlich bekommen bedürftige, in Armut lebende und wohnungslose HIV-positive Menschen, die sich hilfesuchend an die Berliner Aids-Hilfe wenden, unsere Gerichte auch weiterhin kostenlos.

Ich habe als Veganer mit großer Freude auch rein pflanzliche Gerichte in unser Angebot integrieren können. Die anfängliche Skepsis, ob unsere Gäste das überhaupt annehmen würden, hat sich schnell als unbegründet erwiesen. Es macht mir großen Spaß meine Leidenschaft für’s Kochen sowohl für Gäste als auch für unsere Mitarbeiter einzusetzen.

Unser Team hofft bald wieder Gäste im Café Ulrichs begrüßen zu können und dann auch endlich wieder ein Ort zum Begegnen zu sein. Bis dahin werden wir unser Essen im Glas auch weiter durch eine Luke nach draußen zum Mitnehmen reichen.

Berliner Aids-Hilfe e.V. (BAH)

Die Berliner Aids-Hilfe e.V. (BAH) wurde 1985 als gemeinnütziger Verein gegründet. Er informiert zu Übertragungswegen von HIV, Hepatitiden und anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen. In der Beratungsstelle, am Telefon, in Justizvollzugsanstalten und im Rahmen der Jugendprävention (Youthwork). Als Selbsthilfeorganisation unterstützt BAH Menschen mit HIV /Aids, ihre An- und Zugehörigen in allen Lebensfragen, die sich im Rahmen der HIV-Erkrankung ergeben. Der Stigmatisierung und Diskriminierung HIV-positiver Menschen tritt die Berliner Aids-Hilfe parteiisch und solidarisch entgegen. In der Berliner Aids-Hilfe sind 33 hauptamtliche und 12 geringfügig beschäftigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Rund 200 Vereinsmitglieder unterstützen die Berliner Aids-Hilfe finanziell und ideell. Mehr als 200 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglichen die Umsetzung der vielschichtigen Angebotsstruktur der Berliner Aids-Hilfe für Menschen mit HIV/Aids.

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