Einblicke

24.06.2021

Notfallseelsorgerinnen tragen das Leid anderer mit

Was sagt man einem Menschen, der z.B. gerade einen Angehörigen verloren hat? Wie begleitet man ihn bei den ersten vorsichtigen Schritten mit dem Verlust weiter zu leben? Uta und Gabriele versuchen auf diese Fragen immer wieder neu Antworten zu finden. Denn sie werden zu Menschen gerufen, deren Leben kurz zuvor von einem schweren Schicksalsschlag heimgesucht wurde.

© Johannes Rogge

Wenn ein Unglück geschieht, sind Polizei und Rettungsdienst schnell vor Ort und kümmern sich um die Opfer, aber wer kümmert sich in einer solchen Situation um weitere Betroffene? Einsatzkräfte haben bei einem Unfall oder einem Suizid kaum die Zeit dafür. Die Notfallseelsorge Berlin will diese "Versorgungslücke" schließen, denn niemand soll in so einer Krise alleine bleiben müssen! 

„Dass ich mit den Kompetenzen und Fähigkeiten, die ich als Seelsorgerin in der Kirche erworben habe, in der Notfallseelsorge und Krisenintervention auch Menschen außerhalb der Kirche helfen kann, ist für mich ein Geschenk!“

Gabriele

Ich bin Gabriele, bin 59 Jahre alt und seit 25 Jahren Notfallseelsorgerin im #erzbistumberlin. Dass ich mit den Kompetenzen und Fähigkeiten, die ich als Seelsorgerin in der Kirche erworben habe, in der Notfallseelsorge und Krisenintervention auch Menschen außerhalb der Kirche helfen kann, ist für mich ein Geschenk! Menschen nehmen die Zuwendung zu ihnen dankbar an.  

„Als Notfallseelsorgerin aktiv zu sein, ist eine Bereicherung für mein Leben.“

Uta

Seit 5 Jahren bin ich, Uta, 49 Jahre alt, ehrenamtlich im Einsatz mit der Notfallseelsorge und Krisenintervention Berlin. Als Notfallseelsorgerin aktiv zu sein, ist eine Bereicherung für mein Leben. Es bedeutet für mich, für eine begrenzte Zeit Menschen in Not zu begleiten. Sie zu fragen „Was brauchst du jetzt?“, ihr Leid wahrzunehmen und anzuerkennen, mich davon berühren zu lassen und an geeigneten Punkten eine kleine Hilfestellung zu geben, wieder selbst wirksam zu werden. Und das wir das in einem motivierten Team des #erzbistumberlin tun zu können, ist eine schöne und entlastende Erfahrung!  

Oft werden wir gefragt, wie man einem trauernden Menschen so kurz nach dem Verlust eines geliebten Angehörigen ganz konkret helfen kann. Das kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen: Das wichtigste ist, den Betroffenen zuzuhören. Aber auch ganz praktische Fragen spielen bei der Notfallseelsorge vor Ort eine wichtige Rolle: Welche Angehörigen müssen noch benachrichtigt werden? Welche Vorbereitungen für die Bestattung können schon getroffen werden? Oder auch: „Haben Sie schon etwas gegessen und getrunken?“ Notfallseelsorge ist eben auch konkrete Lebenshilfe und praktische Nächstenliebe.  

Notfallseelsorgerinnen

Das Angebot der Notfallseelsorge und Krisenintervention Berlin steht allen Hilfe-Suchenden kostenfrei zur Verfügung, unabhängig von ihrer religiösen Bindung oder Weltanschauung.
Die ehrenamtlich tätigen Seelsorger*innen und Krisenhelfer*innen haben eine spezielle Ausbildung. Rund um die Uhr bieten sie verlässliche Präsenz und Begleitung. Sie helfen dem Chaos der Gefühle in den ersten Momenten zu begegnen. Damit wird die Situation stabilisiert.
Die Notfallseelsorge/Krisenintervention Berlin wird ausschließlich über die Leitstelle der Berliner Feuerwehr, die Berliner Polizei oder die Berliner Verkehrsbetriebe angefordert.
Seit mehr als 25 Jahren leistet das Team die "Erste Hilfe für die Seele"- das sind knapp 160 ehrenamtlich arbeitende Männer und Frauen des Erzbistums Berlin, der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes, des Arbeiter-Samariter-Bundes, des Berliner Roten Kreuzes, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft und der Muslimischen Notfallseelsorge.

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