Einblicke

18.08.2021

Melanie setzt sich für Menschenrechte ein

Melanie setzt sich seit acht Jahren ehrenamtlich bei Amnesty International für die Rechte von Frauen ein. Sie arbeitet ehrenamtlich, um die Gesellschaft über aktuelle Menschenrechtsverletzungen an Frauen aufzuklären und Wege aufzuzeigen, wie man sich dem Kampf dagegen anschließen kann.

@ Privat

Hallo, mein Name ist Melanie, und ich arbeite seit acht Jahren ehrenamtlich für Amnesty International. Amnesty ist eine führende Menschenrechtsorganisation, die recherchiert, berät und ein globales Netzwerk von Menschenrechtsaktivist*innen bildet. Unser Ziel ist es, dass jeder Mensch in den Genuss all der Rechte kommt, die in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in anderen internationalen Menschenrechtsabkommen verankert sind.

Die Organisation hat viele lokale Gruppen in Berlin, unsere ist eine davon. Die Arbeit unserer Aktionsgruppe ist der Stärkung von Frauen*rechten gewidmet. Wir machen öffentlich auf konkrete Menschenrechtsthemen aufmerksam und ermöglichen Debatten über komplexe feministische Fragen, z. B. zu Abtreibung oder Sexarbeit. Mit Petitionen und unseren Urgent Actions bieten wir jeder Person an, sich an die Seite von Opfern und/oder Aktivistinnen und Aktivisten zu stellen, indem sie einfach eine bestimmte Forderung mit ihrem Namen unterschreiben. Der Erfolg von Amnesty beruht auf der Überzeugung, dass eine kleine Aktion wie ein Brief die Welt verändern kann - wenn sie von vielen weiteren kleinen Aktionen aus aller Welt unterstützt wird.

Zu unseren Veranstaltungsformaten gehören Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Konzerte, Smart Mobs, Informationsstände auf Flohmärkten u. v. m. Auch wenn die Pandemie uns lange keine persönlichen Treffen ermöglichte und wir kaum öffentliche Aktionen organisieren konnten, blieben wir online aktiv. In den letzten Jahren habe ich meine Gruppe als Mitglied des zweiköpfigen Gruppensprecherinnenteams unterstützt. Zu meinen Aufgaben gehört es, unsere Treffen zu organisieren und zu leiten sowie als Ansprechpartnerin für die interne und externe Kommunikation zu fungieren.

„Es ist ein Geschenk, Dinge zu tun, für die man eine Leidenschaft hat, zusammen mit Menschen, die man mag und die das, was man tut, schätzen.“

Melanie

Ich interessierte mich für das ehrenamtliche Engagement bei Amnesty, weil mir die Idee gefiel, mich nicht nur über aktuelle Menschenrechtsthemen zu informieren, sondern diese Informationen gleichzeitig zu nutzen, um selbst aktiv zu werden und andere Menschen zu ermutigen, dasselbe zu tun. Für Amnesty zu arbeiten, bedeutet für mich, die Würde aller meiner Mitmenschen anzuerkennen und zu schützen und die Stimmen derjenigen zu verstärken, die nicht den gleichen Zugang zu ihren Rechten oder zu Mitteln haben wie ich.

Frauen* verdienen einen gleichen Anteil an allem, was unsere Welt zu bieten hat - Aufmerksamkeit, Macht, Geld, Chancen, Glück, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Aber wir sind weit von einer geschlechtergerechten Realität entfernt. Je älter ich geworden bin, desto mehr verstehe ich, wie langsam wir uns vorwärtsbewegen und wie viel beharrlicher und leidenschaftlicher wir kämpfen müssen. Und während einige rückwärtsgewandte Denkerinnen und Denkern so tun, als sei die Ungleichheit der Geschlechter ein Problem der sogenannten zweiten und dritten Welt, erkennen wir die Tatsache an, dass schädliche Geschlechterrollen immer noch das Leben von Frauen* – und Männern* – überall auf der Welt prägen. Zum Beispiel haben fast nirgendwo Menschen vollen Zugang zu sicheren Abtreibungen oder können lernen und arbeiten, ohne durch ihr Geschlecht eingeschränkt zu werden. Deshalb sammeln wir Unterschriften für Petitionen an Regierungen gegen restriktive Abtreibungsgesetze, schreiben Urgent-Action-Briefe für inhaftierte Menschenrechtsaktivistinnen und -aktivisten, die sich für die Bildung von Mädchen einsetzen, oder organisieren eine Podiumsdiskussion über die ungleiche Verteilung der Sorgearbeit zwischen Frauen* und Männern* während der Coronavirus-Pandemie. Durch diese Arbeit bleibt auch weniger Raum für das Empfinden von Hilflosigkeit. Denn an deren Platz tritt die Erfahrung von geteilten Werten, Gemeinschaft und Empowerment.

Trotz der ernsten Themen sind unsere Gruppentreffen meist fröhliche Veranstaltungen. Wir diskutieren und planen, lernen und lachen viel. Wir schätzen die ehrenamtliche Arbeit unserer Mitglieder sehr, erkennen die persönlichen Umstände an und wissen daher jede Art von Unterstützung zu schätzen. Ich denke, das ist einer der Hauptgründe, warum unsere Ortsgruppe relativ aktiv und groß ist – und warum ich nun beinah ein ganzes Jahrzehnt lang dabei bin: Es ist ein Geschenk, Dinge zu tun, für die ich brenne, mit Menschen, die ich mag und die schätzen, was ich tue.

 

 

Amnesty International

Amnesty International ist eine weltweite Bewegung von mehr als 10 Millionen Menschen, die Ungerechtigkeit persönlich nehmen. Sie setzen sich für eine Welt ein, in der die Menschenrechte für alle gelten. Amnesty international wird von Mitgliedern und Menschen wie Ihnen finanziert. Die Organisation ist unabhängig von politischen Ideologien, wirtschaftlichen Interessen oder Religionen. Durch das Erzählen der eindrucksvollen Geschichten der Menschen, mit denen sie arbeiten, mobilisiert Amnesty international Millionen von Unterstützern auf der ganzen Welt, um sich für Veränderungen einzusetzen und Aktivisten an vorderster Front zu verteidigen. Amnesty International unterstützt Menschen dabei, ihre Rechte durch Bildung und Ausbildung einzufordern.

jetzt informieren