Einblicke

10.02.2021

Johannes öffnet mit seinen Bienen Türen zur Integration

Seine Passion für Honig gibt der Imker an Menschen mit Fluchterfahrungen weiter. Wenn er ins Flüchtlingsheim kommt, um Workshops rund um Bienen und Imkerei zu halten, kehrt ein Stück Normalität ein.

In erster Linie habe ich Spaß am Ehrenamt. Ich hab‘ da richtig Bock drauf. Wenn ich ins Flüchtlingsheim komme, bin ich inzwischen richtig bekannt. Die Kinder kommen immer sofort angerannt: ‚Gibt’s heute Honig?‘ Mit der “Kleinen Imkerei” schaffen wir ja nicht nur einen Lebensraum für Bienen, sondern geben gleichzeitig das Handwerk Imkerei an Geflüchtete weiter. Die Reaktionen erfüllen mich tatsächlich. Weil ich merke: Das, was ich mache, das kommt an, da wo’s ankommen soll. Ich mach‘ für die Leute, die hier wohnen – und ja, das macht mich glücklich.

© GoVolunteer (Fotocredit: Sebastian Stöhr)

„Ich habe mich engagiert, ohne eigentlich genau zu wissen, worauf ich mich einlasse. Das hat sich eigentlich erst so richtig mit der Zeit ergeben. Aber ich hab‘s nicht bereut.“

Johannes

Zu dem Projekt bin ich zufällig gekommen über einen Bekannten, der auch seit vielen Jahren imkert. Über die Stiftung des 1. FC Union Berlin hatte er sich schon länger in dem Übergangswohnheim engagiert und schließlich schlug er mir vor, dieses Projekt aufzubauen, durchzuführen und dazu den Workshop im Wohnheim zu geben. Da ich tatsächlich Luftlinie 200 Meter entfernt wohne und kiezverbunden bin, war meine Antwort für mich relativ schnell klar. Ich habe mich engagiert, ohne eigentlich genau zu wissen, worauf ich mich einlasse. Das hat sich eigentlich erst so richtig mit der Zeit ergeben. Aber ich hab‘s nicht bereut.

Bild von zwei Männer nebeneinander. Sie schauen in einem Hausbiene rein. © GoVolunteer (Fotocredit: Sebastian Stöhr)

Ich glaube, dass ich sehr viel Glück in meinem Leben gehabt habe. Dass ich ein privilegiertes Leben führen darf, was ich nicht als selbstverständlich erachte. Und ich weiß, dass es einfach viele Menschen gibt, die ganz andere Päckchen mit sich rumtragen müssen: Da will ich eine Perspektive geben und Selbstverantwortung fördern. Ich bin in meinem Leben auch vielfach gefördert worden, habe viel Zuspruch erfahren. Jetzt bin ich selber in einer Position, wo ich mich angekommen fühle in meinem Leben, wo ich sozusagen Ressourcen freihabe, um der Gesellschaft einfach was zurückzugeben. Weil es die Bienen im Wohnheim gibt, darf ich als einziger, der nicht dort wohnt oder arbeitet, auch in Corona-Zeiten zu Besuch kommen. Dadurch habe ich ein Stück Normalität hier in die Einrichtung bringen können und das haben die Bewohner auch immer zu schätzen gewusst. Also ich kann eigentlich nur alle Menschen aufrufen, sich zu engagieren in den unterschiedlichsten Bereichen. Dadurch zaubert man tatsächlich ein Lächeln auf die Lippen, bei denjenigen, die man unterstützt.“

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Wo kommen die Bilder her?

Die Bilder von Johannes stammen aus der Reihe “Volunteers of Berlin – Die Hauptstadtheld:Innen”, mit freundlicher Genehmigung von GoVolunteer. Mehr Infos dazu:

Türöffner e.V.

Türöffner e.V. unterstützt geflüchtete Menschen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Der Verein vermittelt Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze und unterstützt sowohl die Geflüchteten als auch die Unternehmen bei allen damit verbundenen rechtlichen, organisatorischen und vorbereitenden Angelegenheiten.

tueroeffner-ev.de/