Einblicke

21.07.2021

Hicham gibt den Ausgegrenzten eine Stimme

Hicham - ein 22-jähriger Student der Wirtschaftswissenschaften - engagiert sich außerhalb seines Studiums gerne freiwillig für verschiedene Organisationen. Bevor er sich für die Junge Islam Konferenz engagierte, war er bereits in anderen Projekten tätig und sammelte dabei wertvolle und lebenslange Erfahrungen.

© Junge Islam Konferenz / Philipp Awounou

Mit 15 Jahren habe ich angefangen, mich in einem Altenheim freiwillig zu engagieren und bin dort sechs Jahre lang geblieben. Leider musste ich die Freiwilligenarbeit im letzten Jahr aufgrund von COVID-19-Beschränkungen einstellen. Außerdem bin ich Teil eines Programms namens “DialoguePerspectives”, das junge Akademikerinnen und Akademikern zusammenbringt und einen innovativen interreligiös-weltanschaulichen Dialog schafft.  Derzeit engagiere ich mich auch ehrenamtlich für die Junge Islam Konferenz. Das Projekt dient als Plattform für junge Menschen, um verschiedene Themen und Anliegen zur Gleichberechtigung in der Gesellschaft zu diskutieren. Ich bin Teil des Gremiums und an der Organisation von Konferenzen und Projekten beteiligt. Dieses Jahr im Mai haben wir zum Beispiel die jährliche Bundeskonferenz organisiert, bei der es um herausfordernde Zeiten ging und darum, wie die Gesellschaft von uns gestaltet wird.

„Einer der Vorteile der Freiwilligenarbeit ist, dass man verschiedene Perspektiven kennenlernt und dadurch aufgeschlossener wird.“

Hicham

Als ich von der Jungen Islam Konferenz erfuhr, wurde ich neugierig, da ich mich noch nie mit Projekten beschäftigt habe, die sich mit Politik oder Themen der Öffentlichkeit beschäftigen. Ich bin Teil dieses Projekts geworden, weil ich die Themen, die wir diskutieren, sehr wichtig finde  und meine Meinung und Vision darüber ausdrücken möchte, während ich gleichzeitig dazu beitrage, kleine Veränderungen zu bewirken. Wir beschäftigen uns dort mit Fragen zum Zusammenleben und zu unserer postmigrantischen Generation, daher ist es wichtig, diese Themen zu diskutieren und gleichzeitig Marginalisierten eine Stimme zu geben. Die positive Energie und die gegenseitige Inspiration im Netzwerk haben mich inspiriert, dazu beizutragen, diese Plattform für einen kontinuierlichen Austausch in der Zukunft zu entwickeln. Ein weiterer Punkt, der mich angezogen hat, war die Vielfalt der Gruppe. Wir alle nehmen teil, weil wir einen Beitrag leisten wollen, unabhängig von unseren Eigenschaften oder Hintergründen.  

Ich sehe es als einen Vorteil der Freiwilligenarbeit, dass sie es einem ermöglicht, verschiedene Perspektiven einzunehmen und man dadurch aufgeschlossener wird. Als ich aufwuchs, hat mir die Arbeit als Freiwilliger dabei geholfen, meine Persönlichkeit zu formen.  Es brachte mich dazu, meine Komfortzone zu verlassen und trug gleichzeitig positiv zu meiner beruflichen und persönlichen Entwicklung bei. Während der Pandemie hatte ich die Chance, meine Problemlösungsfähigkeiten zu entwickeln, indem ich kreative Ideen für die Organisation von Konferenzen und für relevante Themen entwickelte.    

Das Projekt hat mich auch dazu gebracht, meine Privilegien zu erkennen und zu schätzen und sie zu nutzen, um den Ausgegrenzten eine Stimme zu geben. Durch die Freiwilligenarbeit wird uns bewusst, dass wir das gleiche Ziel haben, und deshalb werden wir toleranter und empathischer. Wir wertschätzen unterschiedliche Weltanschauungen, akzeptieren Menschen so, wie sie sind, und bauen eine starke Gemeinschaft auf. Auch wenn ich weiß, dass ich die Welt nicht verändern kann, kann ich die Welt für jemanden verändern, selbst in einem kleinen Rahmen. Ich habe gesehen, wie Menschen ohne jegliches Vorwissen zur Konferenz kamen und sie mit mehr Informationen und Verständnis für die Perspektiven der anderen verließen. Das hilft, Vorurteile abzubauen und eine Gesellschaft mit mehr Zusammenhalt und Pluralismus zu schaffen

Junge Islam Konferenz

Als Dialogforum und Empowermentraum für junge Menschen greift die Junge Islam Konferenz (JIK) Fragen zu einem konstruktiven und gleichberechtigten Zusammenleben in der Migrationsgesellschaft auf. Die JIK setzt sich auf verschiedene Weise mit dem Thema Islam in Deutschland auseinander, leistet Bildungsarbeit und ermöglicht Perspektivwechsel zwischen jungen Menschen unterschiedlicher Hintergründe und Erfahrungen.
Die Junge Islam Konferenz wurde 2011 in Berlin als Projekt der Humboldt-Universität und der Stiftung Mercator gegründet. Seit Oktober 2019 ist die JIK ein eigener Programmbereich der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa.

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