Einblicke

23.07.2021

Freiwilliges Engagement bedeutet für Monika Gemeinschaftsgefühl

Seit sieben Jahren engagiert sich Monika ehrenamtlich und ermutigt andere, Freude am Leben zu finden. Zunächst begann sie sich freiwillig zu engagieren, um ihrer eigenen Trauer zu entfliehen. Doch aus der anfänglichen Ablenkung wurde eine Herzensangelegenheit, die für Monika zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden ist.

©Elisabeth Burrer

Nachdem ich einen persönlichen Schicksalsschlag erleben musste und mein Hund gestorben war, ging es mir sehr schlecht. Durch eine Bekannte erfuhr ich vom Fördererverein Heerstraße Nord e.V. und von der Möglichkeit, sich dort ehrenamtlich einzubringen – als Ablenkung. Meine Freundin motivierte mich, mich dort vorzustellen und einfach mal zu fragen, ob es nicht etwas für mich zu tun gäbe. Das tat ich dann auch… und es klappte! Ich bekam einen Platz als ehrenamtliche Helferin beim „Care Express Spandau“, in der Betreuung von Seniorinnen und Senioren – viele davon mit Demenz. Eine Herausforderung und etwas völlig Neues. Aber, es tat mir gut! Ich half bei der Betreuung und bei der Organisation: Tische eindecken und hübsch machen, gemeinsam mit den Gästen malen, basteln, singen und sich unterhalten. Ich bekam positives Feedback aus dem Ehrenamtsteam und auch die Gäste schienen mich zu mögen. Das war vor 7 Jahren und bis heute bin ich geblieben!  

„Man gibt nicht nur (Zeit, Aufmerksamkeit), sondern bekommt mindestens genauso viel – wenn nicht sogar mehr, - zurück.“

Monika

Das Ehrenamt möchte ich nicht mehr missen. Kolleginnen und Kollegen fangen einen auf, es herrscht eine familiäre Atmosphäre. Wir sind ein Team und füreinander da und haben Verständnis für den anderen. Aber auch aus der Tätigkeit und der Arbeit mit den Seniorinnen und Senioren an sich, nehme ich eine Menge mit. Ein Ereignis ist mir dabei besonders präsent: Eine damalige Dame, die zu uns in die Betreuungsgruppe kam, litt sehr, weil ihr Mann gestorben war. Sie selber kämpfte gegen fortschreitende Demenz. Trotzdem brachte sie immer wieder eigenen Willen auf, in der Gruppe mitzumachen. Sie hatte einen starken Willen und fand trotz ihres Verlustes dennoch immer wieder einen Grund zum Lächeln. Das hat mich sehr berührt. In den betreuten Gruppen finden auch die Gäste Ablenkung und können ihre Sorgen für einen Moment vergessen. Sie können kreativ sein, Kontakte pflegen und sich bei Kaffee und Kuchen verwöhnen lassen. Ich sehe, wie wichtig das für viele Gäste ist und wie wichtig dabei Routinen sind – gerade bei Menschen mit Demenz.  

Zeitgleich können wir die Angehörigen durch die Betreuung entlasten. So profitieren alle Seiten! Für mich ist das Ehrenamt zu einer Herzensangelegenheit geworden, weil ich sehe, wie wichtig unsere Seniorinnen- und Seniorenarbeit ist. Damit möchte ich auch anderen Mut machen, sich zu engagieren. Man gibt nicht nur (Zeit, Aufmerksamkeit), sondern bekommt mindestens genauso viel – wenn nicht sogar mehr, - zurück. Vom Ehrenamt “Care Express Spandau” (CES) sollte es mehr geben, weil es eine unheimlich tolle und wichtige Arbeit für die Seniorinnen und Senioren darstellt. 

Fördererverein Heerstraße Nord e.V.

Durch Pionierarbeit, bürgerlichem Engagement und mit Unterstützung qualifizierter Partnerinnen und Partner, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sorgen wir als gemeinnütziger Verein seit 45 Jahren für die Unterstützung, Betreuung und soziale Integration älterer Menschen in Spandau.

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