Einblicke

24.03.2021

Francesca: Mit Freude beim Engagement

Nach einem freiwilligen Jahr in Kamerun hatte Francesca schon etwas Erfahrung als Deutschlehrerin und wurde über das Netzwerk "Deutschkurse-für-alle" auf weltweit aufmerksam und angesprochen, ob sie Deutschunterricht in der Flüchtlingskirche übernehmen könne. Sie sagte "Ja" und gibt damit etwas von der Unterstützung zurück, die sie bereits erhalten hat.

© weltweit Berlin (Fotocredit: Peter Groth)

Seit Februar 2018 engagiere ich mich bei weltweit. Damals habe ich im Internet nach Möglichkeiten gesucht, Deutschunterricht zu geben. Ich glaube, über das Netzwerk „Deutschkurse-für-alle“ bin ich dann auf weltweit aufmerksam gewordenund wurde gleich gefragt, ob ich Deutschunterricht in der Flüchtlingskirche übernehmen könne. Eine Lehrerin musste damals aufhören, bei ihr habe ich zweimal hospitiert und dann von ihr die Gruppe übernommen.

"Mir macht dieses Engagement Freude"

Meine Motivation damals war vor allem, einen eigenen kleinen Beitrag zur Bewältigung der sog. Flüchtlingskrise zu leisten –und darüber hinaus, einen kleinen Ausgleich zum Forschungsalltag an der Universität zu bekommen. Da ich aus einem freiwilligen Jahr in Kamerun schon etwas Erfahrung mit dem Deutschunterricht für Erwachsene Nicht-Muttersprachler hatte, war meine Überlegung, dass ich im Deutschunterricht wahrscheinlich am besten helfen könnte. Kontinuität auf Seiten der Lehrenden bzw. in der allgemeinen Betreuung finde ich wichtig. Mir macht dieses Engagement Freude.

Ich selber habe in unserer Gesellschaft viel Unterstützung und zum Teil staatliche Förderung in Form von Stipendien erhalten. Ich konnte im Ausland studieren, forschen und Freiwilligendienste absolvieren. Nun empfinde ich auch eine gewisse Formvon Bringschuld, möchte dieser Gesellschaft etwas zurückgeben.

„Ich selber habe in unserer Gesellschaft viel Unterstützung erhalten. Nun empfinde ich eine gewisse Form von Bringschuld.“

Francesca

Bei weltweit gefällt mir die Organisationsstruktur. Es gibt eine gute Balance zwischen persönlichem Austausch und festeren Strukturen. Wir sind –abgesehen von einigen organisatorischen und inhaltlichen Vorgaben –frei, unseren Unterricht zu gestalten. Ich hatte bereits Unterrichtserfahrung und so kommt mir diese Freiheit sehr entgegen. Unser kleines Lehrkräfte-Team, das jeden Montag zwei Stunden Unterricht gibt, ist gut eingespielt.

"Wann und wie wird es nach Corona mit dem Unterricht weitergehen?"

Was mich momentan beschäftigt? Wann und wie wird es „nach Corona“ mit dem Unterricht weitergehen? Das empfinde ich als Herausforderung. Hoffentlich finden die Schüler*innen nach einer langen Pause wieder zu uns. Wir haben bei weltweit einen festen Kern an Menschen, die schon länger dabei sind, die sich kennen. Neue Menschen können wir vielleicht am ehesten durch mehr Transparenz an uns binden: Wer ist weltweit? Welche Leute engagieren sich hier? Die Optionen, für mehr oder weniger zeitliches Engagement, die Freiheit sich mit dem einzubringen, was jede*r am besten kann und mag, sind ja in jedem Falle durch die Struktur gegeben.

weltweit Berlin

weltweit ist die Freiwilligengruppe von Asyl in der Kirche Berlin-Brandenburg e.V. Sie unterstützen Geflüchtete in Berlin durch Deutschkurse und individuelle Beratung. Auch begleiten sie Flüchtlinge bei Behördengängen, bei allgemeinen Erledigungen, Arztbesuchen und unterstützen sie bei der Wohnungssuche. Sie bieten Hospitationen für Interessierte und Fortbildungen für Ehrenamtliche an, sind Mitglied im "Netzwerk Deutschkurse für alle", stehen in Verbindung mit dem Flüchtlingsrat und kooperieren mit der Flüchtlingskirche. Und: Kürzlich haben sie ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert.

weltweit Berlin