Einblicke

10.05.2021

Charlotte: Bewusstsein schärfen und auf eine sicherere Zukunft hinarbeiten

Charlotte begann ihr ehrenamtliches Engagement beim BUND aus Interesse und Sorge um den Klimawandel. Ihr Interesse begann langsam und schrittweise, und während sie sich verschiedenen Gruppen anschloss, wuchs ihr Engagement und Interesse für Umweltthemen. Indem sie sich ehrenamtlich engagiert, trägt sie dazu bei, die Gegenwart und die Zukunft der Gesellschaft zu verändern und hat die Chance, Gleichgesinnte zu treffen.  

© Fotocredit: Muhib Zeon

Ich bin Charlotte. Ich bin studierte Biochemikerin, mit einer Ausrichtung in Umweltmikrobiologie. Ich beschäftige mich mit Bakterien und Pilzen, also mit den ganzen kleinen Organismen, mit einem Fokus auf Umweltanalytik und Umweltthemen. 

Beim BUND habe im Sommer letzten Jahres angefangen mich zu engagieren, nachdem ich aus Norwegen zurückkam, wo ich meinen Master gemacht habe. Norwegen ist sehr weit, was die ganzen Umweltthemen betrifft. Dort konnte ich erste Einblicke in Organisationen und auch in das Gründen von lokalen Gruppen gewinnen. In Norwegen war ich in verschiedenen Umweltorganisationen aktiv und habe dort u.a.  über Greenpeace mitgearbeitet, eine lokale Gruppe mit den Studierenden aufgebaut und zusätzlich in einer Umwelt- und politischen Gruppe gearbeitet. 

Als ich Anfang vergangenen Jahres aus dem Ausland wieder nach Berlin zurückgekommen bin, habe ich festgestellt, dass mir etwas fehlt und ich mich auch gerne wieder umweltpolitisch engagieren möchte. Da habe ich einfach die Leute vom BUND für Natur und Umwelt angeschrieben und war bei zwei, drei Treffen dabei und es hat mir gut gefallen. Ich bin gut angekommen in der Gruppe und seitdem auch immer wieder dabei. Beim BUND engagiere ich mich im Arbeitskreis Klima und erneuerbare Energien, der sich eben hauptsächlich mit der Klima- und Energiepolitik und den Folgen des Klimawandels mit speziellem Fokus auf Berlin-Brandenburg beschäftigt. 

„Ich denke, das Beste am Engagement ist, dass man immer Menschen trifft, mit denen man auf einer Wellenlänge ist und von denen man immer etwas Neues lernen kann.“

Charlotte

Unsere Themen sind u.a. Verkehrswende, Mobilitätswende, Energiewende – mit Fokus auf Berlin. Wir unterstützen Fridays for Future, machen mit bei Fahrraddemos oder Demounterstützung und Aufrufen im Internet und unterschreiben Petitionen. Kürzlich gab es eine Machbarkeitsstudie zum Wärmewendegesetzt, die vom BUND mitgefördert wurde. Gerade jetzt im Superwahljahr 2021 geht’s auch darum etwas Lobbyarbeit zu leisten. Wir müssen die Chance ergreifen, dass Klimapolitik wieder oberste Priorität wird, zumal dieses Thema durch die ganzen Coronamaßnahmen und dem ganzen letzten Jahr ein wenig hinten runtergefallen ist. Wir müssen dieses Thema in die Wahlprogramme bringen und auch in die Köpfe der Menschen. Es ist ein akutes Problem, das wir jetzt beackern und mit dem wir weiterarbeiten müssen. 

Meine Begeisterung für Umwelt- und Klimathemen kam als langsamer, schleichender Prozess. Es hat angefangen mit einer Freundin von mir, die sich sehr für die Natur interessiert hat.  Sie nahm mich mit in eine Greenpeace-Jugendgruppe. Dort habe ich festgestellt, wie groß diese Gruppe an Menschen ist, die sich für Umwelt- und Klimaschutz einsetzen. Und wie wichtig das heutzutage ist. Damals war ich 14 Jahre alt. Das Schöne an der Jugendgruppe war, dass sie alles lockerer aufnahm, d.h.  dass wir am Anfang keine super krass politischen Themen diskutierten. Es ging darum, dass wir uns ein bisschen mit den Themen beschäftigten und auch engagierten – sei es im Straßentheater, sei es einfach durch gemeinsame Aktionen mit anderen Menschen oder durch gemeinsame Treffen bundesweit innerhalb Deutschlands, um uns zu vernetzen und zu sehen, dass es da ein Netzwerk gibt. Und das hat dann bei mir dazu geführt, dass ich Kontakte geknüpft habe und aus diesem Netzwerk sind dann immer weitere Fragen und auch Interessen entstanden. Geknüpft an mein wissenschaftliches Interesse, habe ich dann festgestellt, dass ich später auch in einem Bereich arbeiten möchte, in dem ich das Gefühl habe, etwas zu bewirken und mich auch weiter für solche Themen einsetzen möchte, zumal wir jetzt eine Verantwortung haben hier zu handeln - für unsere Generation, aber auch für zukünftige Generationen, um die Welt lebenswert zu halten. Ich habe mich, wie bereits erwähnt, bei Greenpeace engagiert und dann festgestellt, dass mich die politische Seite der Klima- und Umweltthemen mehr interessiert und ich das Gefühl habe, dass der BUND auf der politischen Ebene noch mehr bewirken kann, bzw. ich beim BUND stärkere Einblicke erhalten und noch mehr lernen kann. 

Ich finde das Schönste am Engagement ist, dass man eigentlich immer Menschen trifft, mit denen man auf einer Ebene ist und von denen man immer etwas Neues lernen kann. Man engagiert sich ja auch in der Regel in einem Bereich, der einen interessiert, d.h. man hat schon eine Grundlage, auf der man zusammen aufbauen kann und für mich war das immer ein treibender Faktor: Ich lerne neue interessante Menschen kennen und erfahre zusätzlich noch mehr über ein Thema, das mich ohnehin sowieso schon interessiert und dann habe ich auch noch die Möglichkeit, zusätzlich etwas zu bewirken. Also das Gefühl zu haben, etwas Sinnvolles zu machen und etwas zu erreichen. Und das mag vielleicht am Anfang etwas schwierig erscheinen, gerade im globalen Kontext – wie soll ich da etwa erreichen, etwas schaffen? Aber dann zu sehen, wieviel man in der Gruppe eigentlich schafft und erreicht und wie durch diese Gruppendynamik und diese gemeinsamen Ideen auch wieder neue Ideen und Projekten entstehen - also diesen ganzen Schaffungsprozess zu sehen, finde ich immer sehr motivierend! 

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) – Friends of the Earth Germany

Der BUND arbeitet auf allen Ebenen und wird von mehr als 650.000 Menschen unterstützt: Bundesweit gibt es über 2.000 ehrenamtliche BUND-Gruppen, die direkt in ihrer Region die Themen anpacken, die dort wichtig sind. Pflege von Naturschutzflächen, Mobilisierung gegen Massentierhaltungsanlagen oder Aufklärungsarbeit mit Kampagnen sind dabei nur ein Teil.
Der BUND engagiert sich – zum Beispiel – für eine ökologische Landwirtschaft und gesunde Lebensmittel, für den Klimaschutz und den Ausbau regenerativer Energien, für den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Er ist einer der großen Umweltverbände in Deutschland.

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