Einblicke

14.05.2021

Alexandru kämpft gegen Bildungsungerechtigkeit

Für die Rechte von Schülerlerinnen und Schüler zu kämpfen, war die Idee, die Alexandru dazu brachte, ehrenamtlich tätig zu werden und die Schülerinnen- und Schülervereinigung mitzugründen. Gemeinsam mit Gleichaltrigen erreichte er, dass rumänische Schülerinnen und Schüler eine hochwertige Ausbildung und Stipendien erhalten. Alexandru plant, sich auch in Zukunft an Projekten zu beteiligen, die die Ungerechtigkeit im Bildungswesen bekämpfen.

© Alexandru

Mein Name ist Constantin-Alexandru, ich bin 22 Jahre alt und komme ursprünglich aus Rumänien. Dieses Jahr hatte ich die Ehre, den Titel „Young European of the Year“ von der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa zu erhalten. Meine Reise als Freiwilliger begann, als ich dreizehn Jahre alt und Vertreter der Schülerinnen- und Schülervertretung meiner Schule wurde. Als wir die Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit der Verletzung von Schülerinnen- und Schülerrechten durch die Regierung und die lokalen Behörden sahen, beschlossen wir zu handeln. Zusammen mit meinen Mitschülerinnen und Mitschüler wurde ich inspiriert, gegen Ungerechtigkeiten zu kämpfen und den Stimmen der Schülerinnen und Schüler auf nationaler Ebene Gehör zu verschaffen. Wir gründeten die erste unabhängige Schülerinnen- und Schülervereinigung in unserem Land mit dem Namen "Constanta's School Students Association", die die Rechte der Schülerinnen und Schülerinnen in unserem Heimatbezirk, Constanta, und im ganzen Land vertritt.  

Durch unsere Aktivitäten und rechtlichen Aktionen wurde es für die Jugend weniger schwierig, die gewünschte Ausbildung zu bekommen. Dank unserer Kampagnen werden die Rechte der Schülerinnen und Schülerinnen auf Stipendien und Ermäßigungen im öffentlichen Nahverkehr nun von den lokalen Behörden von Constanta respektiert. Außerdem stellt die Regierung jetzt kostenlose Schulbücher für die Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Klasse zur Verfügung, was vor unserer Advocacy-Kampagne im Jahr 2016 nicht der Fall war. Nach der Schule war ich weiterhin im Kampf für Bildungsgerechtigkeit bei der Rumänischen Akademischen Gesellschaft aktiv. Die letzte erfolgreiche Kampagne sorgte dafür, dass die rumänische Regierung jedem bedürftigen Kind ein Mindeststipendium garantiert und dafür ca. 110 Millionen Euro aus dem Staatshaushalt investiert hat. 

 

„Das Entscheidende an der Freiwilligenarbeit ist der Gedanke, dass wir etwas Neues lernen, eine neue Reihe von Fähigkeiten oder Werten, die wir in der Schule vielleicht nicht lernen. Durch die Freiwilligenarbeit werden wir zu den Bürgerinnen und Bürgern von morgen, die unsere Gemeinden brauchen.“

Alexandru

Ich habe die Bedeutung von Freiwilligenarbeit schon früh erkannt, als ich und meine Mitschülerinnen und Mitschüler freiwillig die Schülerinnen-und Schülervereinigung gründeten und in ihr arbeiteten. Das Entscheidende an der Freiwilligenarbeit ist der Gedanke, dass wir etwas Neues lernen, eine neue Reihe von Fähigkeiten oder Werten, die wir in der Schule vielleicht nicht lernen. Durch die Freiwilligenarbeit werden wir zu den Bürgerinnen und Bürgern von morgen, die unsere Gemeinden brauchen.  Wir folgen demokratischen Werten, während wir Ungerechtigkeiten bekämpfen und die Rechte anderer respektieren. Wir werden zu Bürgerinnen und Bürgern, die für eine Veränderung kämpfen, die sich für die Probleme der Gesellschaft einsetzen und, was am wichtigsten ist, sich an alle Umstände anpassen. Ich denke, die COVID-19-Krise hat gezeigt, wie wichtig es ist, anpassungsfähig zu sein und sich für seine Arbeit einzusetzen.  

Freiwilligenarbeit ist eine Aktion, die uns dazu antreibt, aktiver zu werden und so viele gute Taten für die Gemeinschaft wie möglich zu tun. Daher möchte ich jede(n) ermutigen, für eine Veränderung zu kämpfen und keine Angst zu haben, sich für verschiedene Projekte zu engagieren, auch wenn sie zunächst herausfordernd erscheinen. Heutzutage leite ich auch das " Saubere-Schulen-Projekt".  Es versucht, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, auf lokaler Ebene aktiv zu werden und gegen Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit Stipendien oder Investitionen in Bildung seitens der lokalen Behörden zu kämpfen. Durch diese Art von Projekten hoffe ich, dass sich die nächste Generation noch mehr dem Kampf für die Menschenrechte verschreibt und positive Veränderungen in ihren Ländern oder Gemeinden bewirkt.

Schülerinnen- und Schülervereinigung von Constanța (ro: Asociația Elevilor din Constanța, AEC)

ist die wichtigste Schülerinnen- und Schülervereinigung im Kreis Constanța, Rumänien. Die Organisation vertritt die Interessen und Rechte der Schülerinnen und Schüler des Kreises Constanța gegenüber den lokalen Behörden, der nationalen Regierung und anderen staatlichen und nichtstaatlichen Stellen, die sich mit der Sekundarstufe befassen. 2021 ist Alexandru für sein Engagement mit dem Preis „Young European of the Year“ von der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa ausgezeichnet worden.

jetzt informieren