Seelische Gesundheit

Das Aktionsfeld Seelische Gesundheit schuf eine Öffentlichkeit für das Engagement in diesem Feld, würdigte es, vernetzte Engagierte miteinander, deckte Querschnittsthemen auf und entwickelte sie weiter.

“Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen”, schrieb einst ein berühmter französischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts. Damals hatte er schon auf den Punkt gebracht, was wir alle im Laufe der Pandemie sehr deutlich spürten: Als Menschen sind wir soziale Wesen. Wir brauchen das Miteinander, sehnen uns nach Austausch und Nähe. In Zeiten von Corona fanden Begegnungen weniger statt oder sie verlagerten sich zunehmend in den digitalen Raum. Bereits der erste Lockdown im Frühjahr 2020 hat gezeigt, dass die Abwesenheit von Menschen und Isolation die seelische Gesundheit gefährdet. Jene, die alleine leben, wenig mobil oder auf fremde Hilfeangewiesen sind, traf es besonders. Darunter fielen etwa viele Seniorinnen und Senioren, die auch in normalen Zeiten zunehmend vereinsamen. Eine Sache kann da schon ganz vielhelfen: Einfach mal den Hörer in die Hand nehmen und jemanden anrufen. Zum Beispiel die deutsche Telefonseelsorge, bei der rund 7.500 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen arbeiten. Ob Kummer, Einsamkeit, Depressionen, Krankheit, Trauer oder Ärger - sie hören zu.

© Jon Flobrant (Unsplash)

Gerade im Engagementbereich unterstützen Menschen andere Menschen in Lebenskrisen oder begleiten sie in schwierigen Situationen. Es ist gut, dass die seelische Gesundheit stärker auf die Agenda gerückt ist und mittlerweile ein Dauerthemen in den Medien geworden ist. Aber es braucht mehr als das.

Deshalb schauten wir uns in unserem ersten Aktionsfeld Seelische Gesundheit, das im März 2021 startete, genauer an, was in diesem Bereich passiert. Wir schufen eine Öffentlichkeit, durch die die Arbeit in diesem Feld gezeigt und für neue Engagierte geworben wurde. Wir wollten den Seelsorgerinnen und Seelsorgern Danke sagen für ihren tagtäglichen Einsatz, ihre Arbeit würdigen und sie mit anderen zusammenbringen.

Dabei spielte der gegenseitige Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Ehrenamtlichen aus dem Seelsorgebereich und das voneinander Lernen eine wichtige Rolle. Wie sieht es denn beispielsweise im Bereich Inklusion in der telefonischen Seelsorge aus? Was ist nötigt, damit Menschen mit Behinderungen noch besser in die ehrenamtlichen Tätigkeiten der Seelsorge eingebunden werden können? Diese Fragen stellten wir im Laufe des Aktionsjahres 2021.

Und auch diese: Was, wenn engagierte Menschen mit Schwerbehinderung, Inklusionsstakeholderinnen und-stakeholdern sowie weiteren Interessierten aus dem Engagementfeld zusammen kommen und einfach mal Raum haben, darüber und andere Themen zu sprechen? Gemeinsame Schnittmengen gibt es schließlich viele. Berlin lebt Diversität, also gibt’s auch kulturelle Diversität in der telefonischen Seelsorge. Aber wie genau wird Diversität dort abgebildet?

Und damit uns vor lauter Begeisterung über das Zusammensein so vieler toller Engagierter der rote Faden nicht verloren ging, brachten wir Querschnittskategorien wie beispielweise Europa, Demokratie und Digitalisierung mit ein und stellten, wie das so unsere Art war, viele neugierige Fragen dazu. Denn wer nichts fragen kann, kann nichts lernen und wir wollten dazu lernen.

Zu jedem Aktionsfeld gab es für die Umsetzung eine Partnerorganisation. Weitere Interessierte wurden eingebunden. Gemeinsam entwickelten wir verschiedene Formate des Austauschs und der Vernetzung. Für das Aktionsfeld Seelische Gesundheit war unser Hauptpartner das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) e.V.

Das haben sie im Aktionsjahr auf die Beine gestellt:

freiwillig VERNETZT Fachaustausch zum Thema "Inklusives Ehrenamt" - Online-Austausch am 15.09.2021

zu den Ergebnissen
Auftaktveranstaltung des Aktionsforums Seelische Gesundheit, 4.3.2021, Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Das Aktionsfeld “Seelische Gesundheit” startete am 4.3.2021 mit einer digitalen Auftaktveranstaltung zu den verschiedenen Telefon-Seelsorgebereichen der Diakonie, einer Podiumsdiskussion mit Haupt- und Ehrenamtlichen, parallel stattfindenden Workshops sowie einem wissenschaftlichen Vortrag zu den psychologischen Auswirkungen der Pandemie auf den Alltag.

Zur Dokumentation und zum Magazin-Beitrag geht's hier

Partner

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist ein Verband der Freien Wohlfahrtspflege, der die Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsdienste der evangelischen Kirchen in Berlin und Brandenburg vertritt, sich für Teilhabe und Vielfalt engagiert und sich im Sinne der Nächstenliebe für benachteiligte und ausgegrenzte Menschen einsetzt. Der Verband vertritt rund 400 selbstständige Träger der Diakonie mit mehr als 1.300 Einrichtungen und 52.000 Beschäftigten.

Kontakt:

Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) e.V.

Verena Götze
Pressesprecherin und Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit

E-Mail: presse@remove-this.dwbo.de

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