Open Source

Baustein einer demokratischen Technologiepolitik

Open Source liegt im Trend. Die Veröffentlichung von Werken unter Lizenzen, die eine weitgehend freie und vor allem kostenlose Verwendung des Werks erlauben, nimmt stetig zu. Mit dem Aktionsfeld Open Source widmen wir uns den vielen Facetten dieses Themas und beleuchten, wie durch Open Source-Anwendungen Barrieren abgebaut, Demokratie gestärkt und Engagement gefördert wird. 

Open Source © Pixabay

Open Source ist der Prototyp der Debatte um offene Ressourcen. Einst ausgehend von der Do-it-yourself-, Hacker- und Freie-Software-Bewegung inspiriert das Konzept der Open Source-Software inzwischen weitere Bewegungen, wie die der Open Content, Open Access und Open Source-Hardware. Im Mittelpunkt steht immer ein ausgeprägter Gemeinschaftsgedanke, die Demokratisierung von Ressourcen und Innovationen und die Frage nach einem inklusiven Zugang.  

 
Open-Source-Software 

Software, deren Code unter freier Lizenz („Open Source“) bereitgestellt wird, kann in ihrer Funktionsweise prinzipiell von jedem analysiert, kopiert und weiterentwickelt werden. Häufig beginnt eine Einzelperson oder ein kleines Team mit der Entwicklung eines Produkts und stellt dieses anderen auf Basis einer Open Source-Lizenz zur Verfügung. Nicht selten bauen sich rund um derartige Projekte größere Communities auf, die gemeinsam das Projekt betreuen und weiterentwickeln. Erfolgreiche Open Source-Projekte werden häufig von einer Vielzahl von Entwickler:innen aus aller Welt gepflegt und erweitert. Das wohl bekannteste Beispiel an dieser Stelle ist Wikipedia. 

Oft zeichnen sich diese Gemeinschaften durch ein hohes Maß an Verbundenheit, Motivation und Ehrenamt aus.  Derartige Gemeinschaften werden bei der Lösung von globalen Herausforderungen immer bedeutender. Städte und Kommunen in aller Welt sehen sich mit Herausforderungen - Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Verkehrswende, soziale Ungleichheiten - konfrontiert, die gemeinsame Antworten fordern. Statt jedes Mal das Rad neu zu erfinden, sollten Kräfte gebündelt und Wissen geteilt werden. Ein Open-Source-Ökosystem kann an dieser Stelle einen wichtigen Beitrag leisten und die Schwarmintelligenz zum Leben erwecken. 

Warum Open Source 

Die Bereitstellung von Open Source-Software bietet der Verwaltung selbst, aber auch Unternehmen und Stadtgesellschaft viele Vorteile: Die städtische IT-Landschaft wird transparenter und sicherer, Bestandsprojekte können verbessert und weiterentwickelt werden, statt jedes Mal wieder von vorne anzufangen. Auch die städteübergreifende Zusammenarbeit wird so deutlich erleichtert, weil Erfolgsprojekte sich einfach replizieren lassen und neue, niedrigschwellige Kooperationen möglich werden. 

Neben Zusammenarbeit und Transparenz bringt die Nutzung von Open Source-Software noch weitere Vorteile mit sich. Sie ermöglicht ein hohes Maß an Sicherheit, weil Bugs und Schwachstellen leichter erkannt und beseitigt werden können. Außerdem kann derartige Software einfacher gewartet und weiterentwickelt werden. Der Source Code bleibt grundsätzlich offen für Reviews, Tests und Weiterentwicklungen durch eine diverse Community. So kann Open Source-Software Partizipation fördern und zu einem Baustein einer demokratischen Technologiepolitik werden. 

Open Source und ehrenamtliches Engagement 

Open Source-Software birgt auch große Potentiale für das ehrenamtliche Engagement, mangelt es an dieser Stelle doch oft an finanziellen Ressourcen, nicht jedoch an Motivation und Sinn für Gemeinschaft. In der Corona-Pandemie, in der auch viele ehrenamtliche Aktivitäten ad hoc ins Digitale verlegt werden mussten, zeigte sich deutlich die Notwendigkeit nach einer offenen, partizipativen und verlässlichen IT-Infrastruktur, die unabhängig von kommerziellen Anbietern besteht und dem Gedanken des ehrenamtlichen Engagements entspricht. 

Aktionsfeld Open Source 

Mit unserem Partner, dem CityLAB der Technologiestiftung Berlin, widmen wir uns in unserem Aktionsfeld den Potentialen von Open Source und lenken den Augenmerk auf die Voraussetzungen die es benötigt, damit sich diese Potentiale in der Praxis entfalten können. Denn Open Source benötigt politischen Willen, transparente Strukturen und Engagement. 

Im Rahmen dieses Aktionsfeldes widmen wir uns in verschiedenen Veranstaltungen und Beiträgen den Themen: 

  • Open Source in der öffentlichen Verwaltung 

  • Finanzierung und Verstetigung von Open Source Projekten 

  • Open Source & Communityarbeit in Europa 

  • Open Source in der Praxis - So entsteht gemeinsam genutzte Software 

  • Offene Werkstatt im CityLAB: Open Source Hardware selber bauen! 

  • Developer-Meetup @CityLAB  

Veranstaltungen im Aktionsfeld:

19. Mai 2021, 16-17 Uhr, Diskussion zu Open Source in der öffentlichen Verwaltung, verfügbar als Podcast

08. Juni 2021, 16-17 Uhr, Diskussion zur Finanzierung und Verstetigung von Open Source Projekten, verfügbar als Podcast

06. Juli 2021, 16-17 Uhr, Diskussion zu Open Source in der Praxis - So entsteht gemeinsam genutzte Software, verfügbar als Podcast

10. September 2021, 17:30-20 Uhr, Offene Werkstatt: Open Source Hardware, weitere Informationen und Anmeldung hier

 

Partner

CityLAB der Technologiestiftung Berlin

Als gemeinnützige Stiftung vermittelt die Technologiestiftung Berlin Wissen über digitale Chancen und Herausforderungen, entwickelt digitale Tools und Bildungsangebote und gestaltet in gemeinsamen Projekten mit Stadtgesellschaft, Verwaltung und Unternehmen den technologischen Wandel in Berlin. Das dazugehörige CityLAB Berlin agiert als öffentliches Experimentierlabor, in dem Partizipation und Innovation zusammengedacht werden. Ein ständig wachsendes Netzwerk aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Start-ups arbeitet hier gemeinsam an neuen Ideen für ein lebenswertes Berlin. Das CityLAB vereint dabei Elemente aus Digitalwerkstatt, Co-Working und Veranstaltungs­raum.  

Digitalisierung wird als Chance gesehen, Prozesse neu zu denken, Barrieren abzubauen und neue Formen gesellschaftlicher Teilhabe zu schaffen. Offenheit stellt dabei einen Kernaspekte der Arbeit für das digitale Gemeinwohl in Berlin dar, weswegen die Technologiestiftung den Open Source-Gedanken unterstützt und Software und Bildungsmaterialien grundsätzlich unter offener Lizenz bereitstellt.

Kontakt:

Nadine Riede 
Head of Content & Events

Tel.: 030 95 99 96 410  

E-mail: riede@technologiestiftung-berlin.de 

mehr Infos zum CityLab
Citylab Logo

Podcast zur Veranstaltungsreihe: Open Source - Baustein einer demokratischen Technologiepolitik?

Open Source liegt im Trend. Die Veröffentlichung von Werken unter Lizenzen, die eine weitgehend freie und vor allem kostenlose Verwendung des Werks erlauben, nimmt stetig zu. Mit der Veranstaltungsreihe zu Open Source widmen wir uns den vielen Facetten dieses Themas und beleuchten, wie durch Open Source-Anwendungen Barrieren abgebaut, Demokratie gestärkt und Engagement gefördert wird.

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Berlin Open Source - für eine offene Stadt

Diese Seite bietet einen Überblick über Open Source-Projekte, die von öffentlichen Verwaltungen im Land Berlin entwickelt, beauftragt oder gefördert werden. Mit diesem Angebot möchten wir die Transparenz der öffentlichen IT-Landschaft verbessern und die Digital-Community in Berlin und darüber hinaus einladen, kollaborativ an der Entwicklung guter Software für unsere Stadt zu arbeiten. Sie möchten ein Projekt für die Übersicht vorschlagen? Hier finden Sie alle nötigen Informationen.

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